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Mangobaum in Yei
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Der Sudan ist der größte Staat
Afrikas. Die Fläche beträgt 2,5 Millionen km². Seit 1981 ist das Land in
insgesamt 26 Verwaltungseinheiten eingeteilt. Ungefähr ein Drittel der
Gesamtfläche nimmt der Südsudan ein.
Mit ca. 28-30 Millionen Einwohnern ist das Land sehr dünn besiedelt, hat aber eine äußerst große Vielfalt
an verschiedenen Kulturen und Sprachen: 572 Ethnien bzw. Volksgruppen. Die Lebenserwartung beträgt durchschnittlich 55 Jahre, die Analphabetenrate verläuft sich auf 54%.
Der Sudan wurde 1956 in die Unabhängigkeit entlassen. Von den Kolonialmächten England und Ägypten wurde v. a. aufgrund des ägyptischen
Einflusses entschieden, daß den islamisch- arabischen Norden und den christlich geprägten Süden in einem
Staat zusammengeschlossen werden. Dabei haben die arabischen Eliten die Macht
über das Land erhalten. Investitionen werden hauptsächlich im Zentrum gefördert.
Größere Armut und schlechtere Lebensbedingungen in den Gegenden mit
nicht-arabischer Bevölkerung sind die Regel. Das hat sich seitdem trotz zweier
Bürgerkriege nicht geändert.
Das Klima
Nordsudan Dort überwiegt arides Klima. Im Norden und Nordosten sind große Landesteile Wüste oder von
Verwüstung bedroht. Landwirtschaft ist vor allem im fruchtbaren Niltal und
seinem Nebental möglich. Plantagenwirtschaft wurde schon unter britischer
Kolonialherrschaft gefördert, um für den Export zu produzieren. Die dafür
notwendige Bewässerung hat dazu geführt, daß die Böden in den ehemals
fruchtbaren Gegenden heute größtenteils versalzen. Staudämme im Nil haben durch
das Zurückhalten des Wassers in einigen Gebieten an der ägyptischen Grenze, wo
noch vor 60 Jahren ausreichend Niederschläge fielen, dazu geführt, daß dort
heute Wüste ist.
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Yei in der Regenzeit
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Südsudan Das Gebiet weist relativ trockenen Savannengebieten bis in Gegenden mit
subtropischem und tropischem Klima auf. In den meisten Regionen fallen außreichend
Niederschläge für Regenfeldbau, auch ohne künstliche Bewässerung. Berge
durchziehen Südkordofan und Westequatoria, in der Region Upper Nile ist der Nil
so verzweigt und das Land so flach, daß es dort regelmäßig zu Überschwemmungen
kommt. Das riesige Sumpfgebiet heißt 'Sudd', arabisch für 'Hindernis'.
Die Menschen
Die Bevölkerung des gesamten Sudans war noch nie homogen - weder in der Geschichte noch in der Gegenwart: 75% der sudanesischen
Bevölkerung sind AfrikanerInnen, ca. 20% sind Araber oder gehören zu
arabisierten Ethnien und ca. 5% der Bevölkerung sind Kopten, Europäer, Asiaten
u. a. In der Literatur wird der Sudan häufig als arabischer Staat bezeichnet.
Im Nordsudan lebten bis zum Krieg ca. 70% der Gesamtbevölkerung. Die ansässigen Nordsudanesen
verstehen sich zum Teil als Araber und zum größten Teil als Muslime. Khartoum und die beiden Nachbarstädte "Khartoum-Bahri und Omdurman" bilden das größte Ballungszentrum des Sudans, am
Zusammenfluß des Weißen und des Blauen Nil. Die drei großen Städte Khartoum,
Khartoum Nord(Bahri) und Omdurman sind nicht nur das politische, sondern auch das
gewerbliche und industrielle Zentrum des Landes.
Vertriebene oder verschleppte Südsudanesen landen häufig in den großen Flüchtlingslagern bei
Khartum. Sie haben selten eine Wahl, wohin sie sich auf der Suche nach Möglichkeiten zum Überleben wenden können. Das hat zu einer
Flüchtlingsbevölkerung von ca. 2 Millionen Südsudanesen im Nordsudan geführt. Es
leben außer den Flüchtlingen aus dem Südsudan noch mehrere Millionen
Binnenflüchtlinge (internally displaced people - IDPs) aus West- und Ostsudan im Norden, v.a. in Khartum.
Ungefähr 30% der Bevölkerung (7-9 Millionen) lebten vor dem Krieg im Südsudan. Die
überwiegende Mehrheit sind afrikanische Bevölkerungsgruppen mit über 90
verschiedenen Ethnien. Insgesamt fünf Millionen Menschen (hauptsächlich
Südsudanesen, aber auch Nuba und Ingassana) sind wegen des Bürgerkriegs auf der
Flucht. Die Hälfte davon ist in die südlichen Nachbarländer geflohen. In
Flüchtlingslagern in Nordkenia und Norduganda leben die meisten. Ihre
Lebenssituation wird bestimmt von den Regierungen der Aufnahmeländer und von den
Nichtregierungsorganisationen, die die Menschen in den Lagern betreuen.
Identität und Religion im Sudan
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Kulturabend in München |
Seit der Unabhängigkeit 1956 wurde von den nordsudanesischen Regierenden eine Politik der Islamisierung und
Arabisierung betrieben, mit unterschiedlicher Härte. Diese Bemühungen zur
Assimilierung der nicht-arabischen und nicht-islamischen Gesellschaftsteile wurde
teilweise mit politischer und meist auch militärischer Gewalt durchgesetzt. Das
Ziel war und ist "ein Land, mit einer Sprache, einer Religion und einer Kultur" zu
schaffen. Das bedeutet, daß die verschiedenen Regierungen, abgesehen von
einer zehnjährigen Autonomie für Südsudan die arabische Kultur und den
islamischen Glauben für das ganze Land propagierten. Die islamischen Feiertage
wurden im ganzen Land verbindlich und die arabische Sprache an allen Schulen als Unterrichtssprache eingeführt.
In Verwaltung und politischen Funktionen hatten Nordsudanesen immer ein erdrückendes Übergewicht.
Von insgesamt 800 Verwaltungsposten, die direkt nach der Unabhängigkeit vergeben
wurden, wurden nur 8 mit Südsudanesen besetzt. Die staatliche Definition von
Identität, die Gesetze, wie auch die Machtverhältnisse in Verwaltung,
Schulsystem, Wirtschaft sogar die Versorgung mit Infrastruktur zielen ab auf
die Etablierung zweier Klassen von Menschen und Kulturen ab eine arabische und eine nicht-arabische.
Wirtschaft
a) Landwirtschaft
Das Land ist vorwiegend landwirtschaftlich geprägt: Sorghum, Mais Bohnen, werden in ländlichen Gebieten
v. a. für den Eigenbedarf angebaut. Es gibt aber auch große Gebiete, die von
Großgrundbesitzern in Plantagen bewirtschaftet werden. In diesen Regionen wurden arabische
Eliten nach gewaltsamer Vertreibung und Enteignung der dort ansässigen
Bevölkerung angesiedelt. In diesen Plantagen wird für den Export produziert: Das
Baumwollanbaugebiet im Gezira Scheme wurde schon von den Briten betrieben und
galt lange Zeit als entwicklungspolitisches Muster. Aber auch Weizen, Mais und
andere Nahrungsmittel werden auf diese Weise für den Export angebaut. Exportiert
werden in erster Linie Gummi Arabicum, Rinder und verschiedene Bodenschätze. Die
meisten Bodenschätze werden im Südsudan oder den angrenzenden Gebieten gefördert.
Nordsudan: Kamel- oder Viehzüchter, Bewässerungslandwirtschaft, teilweise mechanisiert mit
Entwicklungshilfe (im Niltal und in den Nebentälern). Die Ölvorkommen liegen im
Süden, werden aber von der Regierung (180.000 Barrel am Tag) gefördert und
exportiert.
Südsudan: günstiges Klima und gute Bodenfruchtbarkeit: Getreide, Mais, Bohnen, Kaffee,
Teak, Früchte, Gemüse, etc. Wegen des Bürgerkriegs ist nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung Selbstversorgung möglich. Die Felder sind
entweder vermint oder unzugänglich, da sie in Gebieten liegen, die häufig von
Milizen überfallen werden.
b) Ölförderung und Menschenrechte
Seit 1999 wird Erdöl aus dem Südsudan exportiert. Die Einnahmen werden nachgewiesenermaßen für die
Finanzierung des Krieges der Regierung verwendet. Ca. eine Million Dollar pro
Tag fließen aus dem Ölgeschäft in die Kassen der Regierung. Es wird geschätzt,
daß der Krieg für die Regierung täglich ungefähr eine Million Dollar kostet.
Die 'Charm Offensive' wurde in Europa, v. a. in Frankreich, Deutschland und Großbritannien positiv
bewertet; europäische Konzerne fördern Öl im Sudan, haben das vor oder
investieren in anderen Bereichen; es gibt kaum Proteste dagegen, daß die
Regierung das Land entvölkern wird, um es an die jeweilige Konzerne zu vermarkten.
Die Ölvorkommen in Bentiu, Upper Nile haben sich für die Menschen als Fluch erwiesen. Die Regierung
hat in den letzten zwei Jahren einen Genozid an der Bevölkerung verübt. Um die Ölförderung durch Firmen aus Kanada, China, Malaysia und dem Sudan reibungslos
durchzuführen, wird die Bevölkerung systematisch vertrieben. Zum Schutz der
Pipeline von Südsudan zum Hafen nach Port Sudan am Roten Meer sind in den
südlichen Gebieten zehntausend chinesische Soldaten stationiert.
Bewertung im Ausland
Europa: Die offizielle europäische Politik leugnet die Existenz von Sklaverei, sie bezeichnet dies
lediglich als 'Verschleppung', ebenso seien Nicht-Muslime (Christen, traditionelle Religion) nicht 'verfolgt', sondern lediglich in der
'Ausübung ihrer Religion behindert'.
Die NIF-Regierung erhält finanzielle und materielle Unterstützung (Mannesmann lieferte Röhren für
die Pipeline nach Port Sudan, es gibt Überlegungen die offizielle
Entwicklungshilfe wiederaufzunehmen).
USA: Nach NIF-Machtübernahme haben sich die US-amerikanischen Firmen aus
der Ölregion zurückgezogen; die USA-Regierung hat 1996 in den Vereinten Nationen darauf hingewirkt, daß internationale Sanktionen
gegen die NIF-Regierung in Khartoum ausgesprochen wurde
Die sudanesische Regierung bezeichnete die Sanktionen, als direkte militärisch Unterstützung der amrikanische Regierun für die Widerstandsbewegung
im Süden des Landes.
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Kontakt: Sossa e.V.
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