Der Nil ist einer der
längsten, natürlichen, wunderbaren Flüsse der Welt. Er stammt aus dem Viktoria
See in Uganda in Zentralafrika und dem Tana See in Äthiopien und fließt nördlich
bis zum Mittelmeer in Ägypten. Der Nil fließt durch tropisches Hochland,
gebirgige Gegenden, Savanne und Wüstengebiete.
Von Khartoum, der
Hauptstadt des Sudan, wo der Blaue und Weiße Nil sich treffen, bis zum
Mittelmeer ist der Nil 3.000 km lang. Insgesamt hat der Nil eine Länge von etwa
6.825 km und bedeckt eine Fläche von ca. 3 Millionen km² von Zentral- bis
Nordafrika.
Das Talbecken des
Nil berührt neun unabhängige Staaten. Diese Staaten sind Ruanda, Burundi, die
Demokratische Republik Kongo (damaliges Zaire), Tansania, Kenia, Uganda,
Äthiopien, Ägypten und den Sudan. Die wichtigen Zuflüsse des Nil sind; a) Der
Weiße Nil, der stammt aus äquatorialen Seen in Zentralafrika und b) Der Blaue
Nil, der aus dem Tana See in Äthiopien stammt und dort als Abbai bekannt
ist.
Aus sechs
wichtigen Seen bekommt der Nil seine Wasser; diese sind Kivu, Tanganika, Edward,
Albert (auch als Mobutu Sese Seko See bekannt), Viktoria See, aus den
äquatorialen Seen in Zentralafrika und aus dem Tana See in
Äthiopien.
Die Nebenflüsse des Nils im Sudan
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Maridi River
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Im Südsudan münden zahlreiche Nebenflüsse in den Nil, die größten darunter sind Yei und Maridi River im Equatoria State, Jur und
Tonj River in Bahr al Gahzal State sowie Sobat River und Bahr al Jabal (etwa 160
km lang und ist bekannt als Bergfluß). Ab der Stadt Bor im Südsudan fließt der
Bahr al Jabal (Bergfluß) durch die Sumpflandschaft (Sudd) und Bahr al Zaraf (der
Giraffenfluß) in Upper Nile State. Der Sobat hat zwei Nebenflüsse, Baro und
Pibor. Dinder, Rahad, Atbara und Gel (Rapari) sind die wichtigen Nebenflüsse des
Nil im Norden des Sudan.
Es wurde geschätzt, daß ca. 70% von der gesamten Wassermenge des Bahr al Jabal aus den
Nebenflüssen stammt. Der Bahr al Jabal mündet in den No See (Lake No), welcher
als Reservoir gilt, ab dem No See heißt der Nil Weißer Nil. Hydrologische
Studien zeigten, daß der aus Äthiopien kommende Blaue Nil mehr als 70% des Nil
Wassers liefert, während nur 30% aus dem Weißen Nil stammen, da der Weiße Nil
mehr als 60% seines Wassers durch Verdunstung während seiner Durchquerung der
Sumpflandschaften (Sudd) verliert (der Sudd ist ein Sumpfgebiet von der Größe
Englands).
Der Nil wird mit Überflutungen und periodischem Nachlassen des Nilwasser (niedriger Wasserstand)
charakterisiert. In den Zeiten der Überflutungen wurden verheerenden Auswirkungen auf die Menschen registriert. Besonders betroffen waren die
Menschen am Ufer des Nil, die immer alles verloren, was sie angebaut hatten, und
wenn das Nilwasser dramatisch sank, d. h. der Nil nicht genügend Wasser für die
Bewässerung der Felder lieferte, ergab sich öfter Trockenheit und Dürre und die
Menschen mußten mit Hunger rechnen.
Die Geschichte des Nils
Für Tausende von Jahren hatten die Menschen in
Ägypten (besonders zur Zeit der Pharaonen) geglaubt, daß der Nil eines Tages
nicht mehr fließen werde. Diese Ansicht wurde ein Glaube. Als Folge stand der
Nil im Mittelpunkt des Glaubes der Pharaonen. Die Menschen haben an Gott glauben
müßten, weil der Gott die Kraft und das Können hat, das Wasser des Nils nach
Ägypten fließen zu lassen.
Im Jahr 1201 wurde berichtet, daß der ägyptische König eine Delegation nach Äthiopien geschickt
hat, mit dem Auftrag, den äthiopischen König zu bitten, den Fluß des Wassers
nach Ägypten nicht zu stoppen. 1769 hatte der äthiopischer König einen Brief an
den ägyptischen Pasha geschickt, in dem er ihn bedroht hatte, den Fluß des Nils
nach Ägypten ändern zu wollen.
Die Abhängigkeit der Menschen und deren politische Systeme damals vom Nil und dessen Nutzung für
die Bewässerung hatte immer großen Einfluß auf das Denken und den Glauben der
Menschen. Das hatte dazu geführt, daß sie angefangen haben, Fragen zu stellen;
"Wo stammt der Nil her und wer kontrolliert ihn?"
Quelle des Nils
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Victoriasee in Entebbe 'Uganda'
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Die Geschichte der Kontrolle des Nil ist eine Geschichte für sich, deren
Wurzeln in die Zeiten der Pharaonen zurück reichen und sich von den Bemühungen
der alten Ägypter zur Kontrolle des Nils auf der einen Seite nicht trennen läßt,
auf der anderen Seite kann nachvollzogen werden, daß die Geschichte der
Kontrolle des Nils wiederum mit den Fragen der Macht, des Glaubens und der
Zivilisation in der Nil Region eng verbunden ist und war, weil schon die
Pharaonen wissen wollten, woher der Nil stammte. Zusätzlich glaubten sie immer,
daß man die Richtung des Flusses ändern könne und wolle, deshalb hatten die
Ägypter vorgehabt, den Nil zu kontrollieren und sein Wasser zu
regulieren.
James Bruce, ein Schotte, der 1769-1771 in Äthiopien lebte, hatte einen Brief vom König von
Äthiopien an den Pasha von Ägypten gefunden. Der Brief wurde 1704 geschrieben,
in den Brief hatte der König von Äthiopien gedroht, daß er den Fluß des Nil nach
Ägypten stoppen werde. Charles T. Beke ein Brite und Nil Spezialist hatte 1851
an den britischen Außenminister geschrieben und ihm die Möglichkeiten zur
Ablenkung des Nil-Wassers gezeigt, wenn man eine Verhinderung der Bewässerung in
Ägypten vorhätte. Solche Beispiele zeigen, wie ernst die Frage nach der
Kontrolle des Nils für Ägypten war.
Mohammed Ali, der Khadive von Ägypten, hatte Anfang des Jahrhunderts das ägyptische
Landwirtschaftssystem modernisiert und neue Bewässerungsanlagen eingeführt. Das
bedeutete in der Praxis wiederum, daß mehr Wasser für die Bewässerung von
Feldern benötigt wurde, damit die wachsende Bevölkerung in Ägypten ernährt
werden konnte. Trotz aller dieser Anstrengungen war die Frage, wer die Macht
über das Wasser des Nils hatte, unbeantwortet, da wenig Erkenntnisse über die
Quellen des Nil vorlagen, hinzu kommt, daß die Ägypter Angst hatten, daß man die
Richtung des Nils ändern könne. So blieb der ägyptische Wunsch, das Nil Wasser
zu kontrollieren, unbefriedigt. Als Voraussetzung dafür wurde die Erforschung
der Quelle des Nil initiiert.
Pharaone, Nero und Kolonialherren hatten Entdeckungsexpeditionen mit dem Auftrag geschickt, die
Nilquelle zu finden, aber alle diese Versuche scheiterten wegen der Sümpfe der
Sudd Region. 1937 hatte man die Frage nach den Quellen des Nil beantworten
können, als der deutsche Exzentriker und Entdecker, Dr. Burkhart Waldeker dieses
Rätsel bei seiner Ankunft in der Grünen Kangosi Region gelöst
hatte.
Der Sudd
Der Sudd (ein arabisches Wort, bedeutet Hindernis) ist eine seenreiche
Sumpflandschaft. Er ist ein Überschwemmungsgebiet mit ca. 22,000 km2 und
befindet sich im Bundesland Oberer Nil (Upper Nile State) im Südsudan. Der Sudd
beginnt etwa 20 km nördlich von der Stadt Bor bis zur Stadt Sobat am
Zusammenfluß des Weißen Nil mit dem Sobat Fluß. Die Größe des Sudd ändert sich
von Zeit zur Zeit, weil er von Regenfällen abhängig ist. Die wichtigsten Seen,
die den Sudd bilden, sind der Shambe, der No und der Nyong
See.
Die Seen befinden sich zusammen mit mehreren Lagunen an den beiden Ufern des Bahr al Jabel
(Bergfluß). Der Sudd ist ständig überflutet und mit schwimmenden Wasserpflanzen
(Papyrus) bewachsen, die die Oberfläche bedecken. Die Lagunen, die zu den
wichtigsten Bestandteilen des Sudd zählen, sind in den meisten Fällen nicht mehr
als 4 Meter tief. Der Sudd gilt als natürliches Wasserreservoir für den Nil und
als Heimat für zahlreiche Fische und Tiere, wie Nashörner, Nilpferde und
Elefanten. Insgesamt werden mehr als 80 verschiedene Arten von Tieren gezählt,
die vom Sudd abhängig sind.
Im Sudd werden Wassermengen durch Verdunstung und Transpiration in Milliarden Kubikmetern
jährlich verloren. Es wurde geschätzt, daß etwa 1,533 mm bis 2150 mm Wasser
durch Verdunstung jährlich verloren gehen. Man hat ausgerechnet, daß die
verlorenen Wassermengen ca. 2. Millionen Felder in Ägypten und Sudan bewässern
könnten.
Aber die Experten sind sich nicht über die Ursachen der Wasserverluste im Sudd einig; einige
meinen, daß Verdunstung die Ursache des Wasserverlustes in der Sudd Region ist,
einige aber sind der Ansicht, daß es andere Faktoren gäbe und waren und sind
immer noch der Auffassung, daß der Sudd als Regeltor und Reservoir für das
Nil-Wasser gilt. Der berühmteste unter ihnen ist Sir Willcocks, er vertrat die
Auffassung, daß falls die Flut des Blauen Nil versiegt bzw. nachläßt, wird die
Situation vom Sudd 'Reservoir' gerettet. Deshalb ist der Sudd ein profitables
Reservoir.
Nilwasser-Abkommen
1. Nil-Vertrag: Der ägyptische Traum "den Nil zu kontrollieren" wurde in der Kolonialzeit durch die Eroberung und Besetzung des Sudan und
anderer Länder in der Region teilweise befriedigt. In der Kolonialzeit haben die
Briten den Sudan und Äthiopien gezwungen, verschiedene Verträge über die
Regulierung des Nilwassers zu unterschreiben.
Die Verträge schrieben vor, daß das Wasser des Nil vom Tana Lake in Äthiopien und den
äquatorialen Seen in Zentralafrika natürlich, ungestört und gesichert nach
Ägypten fließen muß. Um diese Kontrolle über das Wasser des Nil zu festigen,
hatte Ägypten einen Plan entwickelt und implementiert. Der Plan sieht
vor;
- daß das Wasser aus den äquatorialen Seen und dem Tana See gestaut
werden und dort für den ägyptischen Bedarf zurückgehalten werden sollte
- daß das Wasser in den Sumpfgebieten im Südsudan abgelenkt werden mußte
2. Ablenkung des Sudd Wassers: Zur Ablenkung des Wassers in der Sudd Region wurden
zahlreiche Feldforschungen durchgeführt. Die Erkenntnisse dieser Feldforschungen
waren zusammengefaßt und als Vorschläge dargestellt worden. Sie sahen vor, daß
man zur Ablenkung des Wassers in der Sumpfregion (Suddregion) einen Kanal
benötigt, welches als das Jonglei Kanalprojekt berühmt wurde. Da der Nordsudan
auf die Regenfälle zur Bewässerung der Landwirtschaft angewiesen war, gab es
keine Konflikte zwischen den beteiligten Staaten über das Nutzungsrecht das
Nilwassers. 1910 entstand ein Konflikt, weil die Briten ein Bewässerungsprojekt
für den Anbau von Baumwolle in Gezira im Nordsudan vorgeschlagen hatten. Die
Ägypter meinten, daß das einen Verstoß gegen den Wasser-Vertrag bedeutete und
haben protestiert, sie behaupteten, das Gezira Bewässerungsprojekt wäre nur auf
Kosten von Ägypten zu realisieren und nach ihrer Ansicht war das ein Verstoß
gegen die bestehenden Nilwasser-Verträge.
Die Briten aber argumentierten, daß der Sudan auch das Recht habe, das Wasser des Nils für seine
sozio-ökonomische Entwicklung zu nutzen. Da die Briten sowohl im Sudan als auch
in Ägypten die Kolonialherren waren, wurde ein Kompromiß
erreicht.
In dem Kompromiß wurden folgende Lösungsmöglichkeiten vorgesehen; Es sollten zwei Dämme
eingerichtet werden, die anschließend gebaut wurden;
- Senner Damm im Blauen Nil, um den ägyptischen Bedarf an Wasser im Sommer zu
decken
- Jebel Auliya Damm im Weißen Nil, um das Gezira Projekt mit Wasser zu versorgen
Trotz dieses Kompromisses sind die Konflikte nur teilweise beigelegt, weil sich die Ägypter
mit der Lösung nicht zufrieden geben wollten, bis sie 1929 das
Nilwasser-Abkommen (Nile Waters Agreement) erzwungen haben. Dieses
Abkommen hatte aber die Frage nach der Ablenkung des Wassers in dem Sumpfgebiet
(Suddregion) nicht ausreichend nach ägyptischen Ansichten behandelt. So sind
zahlreiche Konzepte entwickelt und erarbeitet worden, die wie folgt
zusammengefaßt werden können:
- ein direkterKanal im Westen des Ortes Rejaf sollte eine Verbindung herstellen vom Bergfluß
(Bahr el Jebel) bis zur Sobat Mündung in den Weißen Nil
- ein direkter Kanal von Bor bis zur Sobat Mündung in den Weißen Nil
- ein Kanal von Bor bis zu Bahr al Zaraf
- ein Kanal von Bor bis zur Sobat Mündung aber mit etwas kleineren Ausmassen gegenüber dem Bahr
al Zaraf
- Begradigung des Flußabschnittes von Bahr al Jabal zum Lake No und des Weißen Nil zum
Sobat
- Umleitung bzw. Umbau (Remodelling) von Bahr al Jabal zu Zaraf Cuts Bahr al Zaraf zum Weißen Nil
und Sobat
- Umbau von Bahr al Jabal von Bor zu Lake No und Bahr al Zaraf von Zaraf Cuts zu seiner Mündung
und Weißen Nil von Lake No zum Sobat
- ein Kanal von Mongalla Richtung Veveno Fluß und dann zu Pibor
- ein Kanal zu Veveno-Pibor kombiniert mit der Nutzung von Bahr al Jabal von Bor zum Lake No und Bahr al Zaraf von Zaraf Cuts zu deren Mündung
- Eindämmung des Bahr al jabal von Bor bis zum Lake No
3. Jonglei Kanalprojekt: 1949 hat Ägypten einen Vorschlag gemacht, mit dem
Ziel, das Nilwasser zu bewahren und zu regulieren. Die Plan hieß Equatorial
Nile Projekt. In dem Plan wurde vorgeschlagen, daß ein Damm im Nil in Uganda
gebaut werden soll. Diese Idee löste Konflikte zwischen dem Sudan, Uganda und
Ägypten aus. Als Reaktion hatte der Sudan ein Team, das Jonglei Investigation
Team (JIT) heiß, ins Leben gerufen. Es sollte prüfen, was die Folgen sein
würden, wenn der Jonglei Kanal gebaut würde. Das Team hatte folgende Aufgaben:
- die ökonomischen und sozialen Folgen des Joglei Kanalprojekt für die Menschen in der
Suddregion zu untersuchen
- zu untersuchen, ob es andere Alternativen gäbe
- die Kosten des Jonglei Kanalprojekt zu schätzen
Das (JIT) hatte nach der Konsolidierung der Ägypter 1954 die Grabung des Jonglei Kanal
empfohlen, Diese Empfehlung wurde von allen Beteiligten begrüßt, aber unerwartet
haben die Ägypter ihre Position geändert und die Grabung des Jonglei Kanal
abgelehnt, statt dessen bauten Sie das Assuan Damm in Ägypten.
Nachdem sie mit dem Bau des Assuan Staudammes fertig waren, wurde festgestellt, daß sie 1985
mehr Wasser als vermutet, benötigten und deshalb mit dem Sudan noch verhandeln
mußten. Als Folge wurde ein neues Komitee (Permanent Joint Technical Commission
(PJTC) ins Leben gerufen, dessen Ziel die Implementierung und Durchführung von
Projekten zur Bewahrung des Nilwassers war.
1974 hatte sich die sudanesische Regierung für den Bau des Jonglei Kanal entschieden. Der Kanal
sollte von einem kleinen Dorf am Bahr al Jabel zum Zufluß des Sobat südlich von
Malakal und durch das Sumpfgebiet führen und etwa 280 km lang werden.
4. Die Ziele des Jonglei Kanalprojekt: Man wollte mit dem Bau von Jonglei Kanal folgendes
erreichen,
- die Fließgeschwindigkeit des Wasser zu erhöhen,
- die Verdunstung zu reduzieren,
- die Distanz zwischen Juba im Südsudan und dem Nordsudan zu verkürzen,
- den steigenden Wasserbedarf der wachsenden ägyptischen Bevölkerung zu decken; der Kanal soll so
konstruiert werden, daß er eine Kapazität von etwa 25 Millionen Kubikmetern
Wasser täglich hat,
- den Nordsudan mit Wasser zu versorgen,
- die sozio-ökonomische Entwicklung für die Suddregion zu
gewährleisten,
Die Regionale Regierung in Juba (eine autonome Selbstverwaltung) hatte den Plan nicht
abgelehnt. Das hat zu Protest und Demonstrationen in Juba von Schulkindern
geführt, die sich auf viele Städte im Südsudan (Yei, Torit, Yambio, Miridi,
Rumbek, Malakal, Bor und Wau) ausbreiteten und 4 Wochen dauerten.
5. Auffassung der Beteiligten: Über die Auswirkungen des Kanals auf die Menschen
und das Ökosystem streiten die Beteiligten bis heute. Ägypten und Sudan sind die
hauptbeteiligten Staaten. Obwohl sieben anderen Länder am Nil beteiligt sind,
hatten sie keine nennenswerte Rolle, als es um Jonglei Kanalprojekt ging. Über
das Jonglei Kanalprojekt lassen sich die Sudanesen in zwei Gruppen unterteilen.
Die Regierung bzw. die Nordsudanesen und die Südsudanesen. Die Südsudanese sind
vorwiegend gegen dem Bau des Jonglei Kanal in Gegensatz zu den Nordsudanesen.
Hinzu kommt, daß es weltweit Stimmen gab, die den Bau des Kanal nicht
befürworten. Zu erwähnen sind Wissenschaftler und Umwelt- bzw. Naturschutzverbände
5.1. Politisch und ökonomisch
- Die Südsudanesen glauben, daß die Regierung in Khartoum die südsudanesische Autonomie unter Druck gesetzt hat.
- Die Menschen in der Sudd-Region wurden nicht berücksichtigt.
- Die Regierung will Ägypter in der Sudd-Region ansiedeln.
- Der Kanal dient den Interessen des Nordsudan und Ägypten. Den Menschen im Süden fügt er
unabsehbaren Schaden zu.
- Die Lebensweise der Menschen wird sich von Grund auf ändern, d. h. totale Verlust ihre
Existenzgrundlage.
Deshalb fühlen sich die Südsudanesen von der Regierung in Khartoum und Ägypten übervorteilt.
Die Südsudanesen vertreten die Auffassung, daß dieser Kanal verheerende
ökologische, soziale und politische Folgen haben wird. Als Folge wurde die
Erinnerung an die Kolonialzeiten wach. Die Südsudanesen fürchteten, daß die
Nordsudanesen und Ägypter in ihrer Region angesiedelt werden sollten. Sie haben
die Ereignisse zusammengefaßt als Bestätigung des "arabischen Imperialismus" und
dessen Versuch die Afrikaner im Sudan zu assimilieren und zu dominieren, d. h.
ihre Kultur, Religion und Erbe für immer zu vernichten.
5.2. Ökologische Bedenken
Was Ökologie betrifft sind die Südsudanesen der Ansicht, daß der Kanal die Austrocknung des Marschlandes bedeutet, das
hauptsächlich als Weideland für Haus- und Wildtiere genutzt wird. Außerdem
vertreten sie verstärkt die Auffassung, daß durch den Kanal die exotische Flora
für immer vernichtet würde und die Versteppung zunehmen würde.
Umwelt- und Naturschutzverbände, wie das United Nations Environmental Programme meinen, daß
der Jonglei Kanal und die Trockenlegung des Sudd den gesamten Wasserhaushalt
Nordafrikas aus dem Balance bringen wird. Langfristig werde sich der Sudd zu
einer Wüste verwandeln. Bei wenig Verdunstung werde wenig Regen fallen, dadurch
würde der Grundwasserspiegel sinken und die Vegetation werde absterben.
Die Befürworter des Kanal meinten, daß der Regen in dem Sumpfgebiet nicht von örtlicher
Verdunstung, sondern aus den Wolken über dem Südatlantik stammt. Außerdem sind
sie der Überzeugung, daß der Kanal die Überflutungen reduzieren und mehr Wasser
für die Landwirtschaft zur Verfügung stellen wird. Damit könnten Millionen
Menschen ernährt werden.
6. Bauarbeit: 1974 führte die Diskussion über den Bau des Jonglei
Kanal zu Protestdemonstrationen und Rebellionen in Südsudan. Trotzdem wurde
Anfang der 80er Jahre die Bauarbeit aufgenommen. Bei der Bauarbeit waren die
französischen Firmen Compagnie de Constructions Internationale, SA (CCI) und
Grands Travaux de Marseille International (GTMI) sowie andere kleinere
Unternehmen beteiligt.
An der Baustelle kam der in Lübeck hergestellte damals größte mobile Bagger der Welt zum Einsatz.
Der Bagger hatte eine Kapazität von 40,000 Kubikmetern pro Tag. 1984 wurde die
Arbeit eingestellt, nachdem der Bürgerkrieg begonnen hatte.
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